In Wanderschuhen durch die Eiszeit 

Wanderer laufen entlang eines roten Zuges am Bahnsteig.

Artikel: In Wanderschuhen durch die Eiszeit 

Erste Etappe auf dem Rundwanderweg „Rund um die Schorfheide“

Sogar an heißen Sommertagen ist bei dieser Wanderung die Eiszeit immer spürbar. Denn der Naturpark Barnim, durch den die Tour führt, ist ein Produkt dieser Kaltzeit – die allerdings schon viele tausend Jahre zurückliegt. Aber ihre Hinterlassenschaften können sich bis heute sehen lassen und garantieren dem Betrachter spektakuläre Naturerlebnisse. 

Schon an der Stadtgrenze Eberswaldes heißt es: Eintauchen in die Wildnis. Hier lockt ein faszinierender wilder Urwald aus Erlen und Buchen, der sich entlang der Bäche Schwärze und Nonnenfließ erstreckt. Am Wegesrand liegen auch der Forstbotanische Garten Eberswalde, der charmante Dorfkern von Schönholz und der Naturpark-Bahnhof in Melchow – kein anderer Naturpark Deutschlands hat so viele Bahnhöfe wie der Naturpark Barnim. Und die Naturpark-Stadt Biesenthal lädt zu schönen Entdeckungen im hübschen Ortskern ein. 

Ausreichend Proviant einpacken

Die 27 Kilometer lange Tour richtet sich an erfahrene, ambitionierte Wanderer. Insgesamt sollten etwa acht Stunden veranschlagt werden. Da es unterwegs nur wenige Einkehrmöglichkeiten gibt, empfiehlt es sich unbedingt, ausreichend Proviant und Getränke einzupacken. Die Tour ist mit der Markierung eines stilisierten blauen Baums auf weißer Fläche ausgeschildert. 

Vom Bahnhof Eberswalde geht es zunächst durch die Eisenbahnstraße, dann verläuft die Route in südlicher Richtung durch den idyllischen Stadtpark zur Stadtgrenze und taucht hier in ein Waldstück ein. An der Hochschule Eberswalde vorbei geht es ein Stück in westlicher Richtung zum Forstbotanischen Garten, einem Kleinod der Gartenkunst. 

Zwei Wanderer im Wald sind von hinten zu sehen.
Die Tour führt auch durch das Nonnenfliess.

Eingebettet in das landschaftlich reizvolle Landschaftsschutzgebiet „Schwärzetal“, unweit des Eberswalder Zoos gelegen, bietet der 1830 von F. W. L. Pfeil gegründete Gehölzgarten eine ideale Kombination von Erholungsmöglichkeit und vermittelnder Naturkunde.

Eine ausgesprochene Besonderheit stellt im Sommer der großflächige Bestand des mannshohen Riesen-Schachtelhalms dar. Von einem chinesischen Pavillon im Ostasiaten-Quartier erschließt sich ein wunderschöner Blick in das umgebende Gelände bis hinunter zum Garten begleitenden Schwärzefließ. 

Naturschutzgebiet in voller Schönheit

Vom Forstbotanischen Garten ist es nur ein kurzer Spaziergang zur Zainhammer Mühle, die ebenfalls an dieser Wanderroute liegt. Hier wurden vor Jahrhunderten so genannte Zaine produziert, langgezogene, dünne Metallstäbe für die ortsansässigen Messerschmiede. Heute befindet sich in der Mühle ein Kunstverein mit Galerie und Werkstatt. 

Anschließend führt die Tour in das urwüchsige Naturparadies Schwärzetal-Nonnenfließ. Nach knapp drei Kilometern ist Spechthausen erreicht – und dahinter zeigt sich das Naturschutzgebiet dann in voller Schönheit: Durch dichten Buchenwald schlängelt das Nonnenfließ gemächlich vor sich hin. Auf dem weichen Pfad, der den Lauf des Fließes begleitet, stellt sich Schritt für Schritt ein wunderbar entschleunigendes Naturerlebnis ein. 

Drei Wanderer sitzen auf Bänken um einen Baum und machen Rast.
Der Biesenthaler Marktplatz lädt ein zu einer Rast.

Nach dem charmanten Dorfkern von Schönholz führt die Route durch ein Waldstück weiter nach Melchow. Am dortigen NaturparkBahnhof wird die Bahnstrecke überquert. Dann verläuft der Weg ein kurzes Stück durch Wald an den Bahngleisen entlang.

In westlicher Richtung geht es dann über Felder und Wiesen in die pittoreske Naturpark-Stadt Biesenthal. Im Ortskern lädt das Café Auszeit zu einer Verschnaufpause ein. Dort gibt es ein breites Angebot an hausgemachten Kuchen und Torten zu diversen Kaffeespezialitäten. Auch auf leckere Eisbecher sowie deftige Snacks und Suppen können Sie sich freuen. Gut gestärkt geht es dann für die Rückfahrt zum Bahnhof Biesenthal. 

Tipps für den Ausflug 

Biesenthaler Verschenkemarkt 12. Juni | 14 - 17 Uhr am Kulturbahnhof Biesenthal 
Alles, was nutzlos im Keller oder auf dem Dachboden einstaubt, kann beim 12. Biesenthaler 
Verschenkemarkt neue Besitzer:innen finden. Dazu gibt’s gratis Musik, kleine Kreativaktionen, Kaffee, Kuchen und Brote. 

Barnim Slam 18. Juni | 20 Uhr im Kulturbahnhof Biesenthal 
Endlich wieder Kultur, endlich wieder Poesie, endlich wieder Barnim Slam: Mal albern und mal gesellschaftskritisch bringen die Poet:innen das Publikum für den Wettbewerb in Stimmung. Eintritt frei. 

Anreise 

Hinfahrt: z.B. mit der RB24 um 9.04 Uhr von Berlin Ostkreuz bis Eberswalde Hbf 
Fahrzeit: 44 Minuten 
Rückfahrt: z.B. mit der RB24 um 18.19 Uhr ab Biesenthal bis Berlin Ostkreuz 

Text: punkt 3, 02.06.2022