Artikel: Zarte Pralinen und regionale Braukunst genießen
Lassen Sie sich diesen etwas anderen Stadtrundgang auf der Zunge zergehen: Er führt Sie zu regionaler Braukunst und zarten Pralinen, zu schmackhaften Meeresfrüchten und veganem Döner. Das und vieles mehr hat Rostocks Szeneviertel KTV, das einstige Arbeiterviertel Kröpeliner-Tor-Vorstadt, zu bieten. Unterwegs locken viele kleine, individuelle Läden sowie jede Menge Gaststätten, Cafés, Imbisse und Kneipen zum Besuch – von trendy bis alternativ.
Im Hauptbahnhof steigen Sie auf dem unteren Bahnsteig in eine Straßenbahn der Linien 5 oder 6 in Richtung City und sind in nur fünf Minuten an der Haltestelle Steintor/IHK. Wenden Sie sich in Fahrtrichtung links und nehmen Sie den Spazierweg durch die Wallanlagen, einen denkmalgeschützten Grünbereich an der ehemaligen Stadtmauer.
Viele Türme und Wiekhäuser
Die Wallanlagen wurden 1270 für die Stadtverteidigung angelegt. Die ehemals über drei Kilometer lange Stadtmauer mit vielen Türmen und Wiekhäusern und 22 Toren auf stark unterschiedlichem Höhenniveau wurde später zur Parkanlage umgestaltet. Teiche, Brunnen, „Die Trinkende“ Statue, Bronzeplastiken und ein Obelisk sind heute im Park zu entdecken. Eine offene Tür in der Stadtmauer lädt zum Besuch des Klosters „Zum Heiligen Kreuz“ ein.
Bei einem Abstecher durch den Wehrgang findet sich auch das Kulturhistorische Museum, wo es viel Kultur für wenig Geld zu erleben gibt. Der Eintritt ist frei. Am Ende der Parkanlage kommen Sie ans Kröpeliner Tor, eines der historischen Stadttore von Rostock. Es bewachte viele Jahrhunderte den westlichen Zugang zur heutigen Altstadt.
Das gotische Tor wurde erstmals 1280 erwähnt. Es bestand ursprünglich aus zwei Stockwerken und wurde im 15. Jahrhundert auf die heutige Höhe von 54 Metern erweitert. Seit Mai 2005 nutzt die Geschichtswerkstatt Rostock das Tor für Ausstellungen, Veranstaltungen und thematische Stadtführungen. Außerdem erhalten Besucher:innen hier Auskünfte über die Stadt und genießen einen schönen Blick von oben auf die Stadtmauer.
Unmittelbar gegenüber dem Tor, im Erdgeschoss des Kröpeliner Tor Centers (KTC), befindet sich eine Filiale der „Schokoladerie de Prie“. Fair-Trade-Schokolade, zahlreiche Sorten handgefertigter Pralinen, cremige Torten und hausgemachte Eissorten mit Kräutern und Gewürzen lassen Naschkatzen das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Die nächste Schlemmer-Station wartet
Gehen Sie anschließend am Tor vorbei geradeaus, über die Ampel an der Langen Straße, danach links, und überqueren Sie die Straße Am Kanonsberg. Ein Fußweg führt Sie nun rechts zum Kanonsberg, ein Teil der alten Stadtbefestigung der Hansestadt Rostock und schöner Aussichtspunkt. Halten Sie sich geradeaus und links, bis Sie das Warnowufer am Stadthafen erreichen. Willkommen an Ihrer nächsten Schlemmer-Station: Das Braugasthaus „Zum Alten Fritz“ serviert regionale Speisen, gern mit Bier aus der Störtebeker Braumanufaktur aus Stralsund zubereitet und begleitet.
Seit über 20 Jahren bereichert das Gasthaus die Flaniermeile des Rostocker Stadthafens. Unverkennbar durch seine urgemütliche Gastlichkeit mit regionaltypischer Küche. Die Inneneinrichtung verzaubert mit ihrem Ambiente, kupferfarbene Bierkessel und rotbrauner Backstein verleihen einen geradezu warmen Glanz.
Das reicht noch nicht? Dann folgen Sie dem Ufer etwa 13 Minuten weiter bis zum Fähranleger. Hier liegt Ottos Restaurantschiff vor Anker, wo Sie Fisch und Meeresfrüchte aller Art kosten können, von deftig bis raffiniert. Je nach Saison und Angebot zum Beispiel Mecklenburger Fischsuppe und flambiertes Sashimi, Seeteufel-Medaillons, gegrilltes Steinbeißer-Filet und vieles mehr.
Wenden Sie sich nun über die Straße Am Kabutzenhof in die „KTV“, die Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Rostocks hippes Szeneviertel ist als Wohnort vor allem bei jungen Leuten beliebt, darunter viele Studierende. Liebevoll eingerichtete Läden mit selbstgemachtem Schmuck oder schicken Second-Hand-Kleidern, individuelle Cafés und alternative Kneipen wechseln sich ab.
Versuchungen für den Gaumen
Biegen Sie nach circa zehn Minuten links in die Waldemarstraße ein, wo rechts und links Versuchungen für den Gaumen locken. So bringt zum Beispiel das „Vegangster“ vegetarische Burger und Vöner – veganen Döner – auf die Teller.
Haben Sie genug genossen, biegen Sie am Ende der Waldemarstraße links in die Margaretenstraße, rechts in den Barnstorfer Weg und folgen diesem bis zum Doberaner Platz. Nehmen Sie eine Straßenbahn der Linien 5 oder 6 zurück zum Hauptbahnhof und lassen Sie sich im Regional-Express satt und zufrieden in die Polster sinken.
Anreise
- Hinfahrt: z. B. mit dem RE5 um 8.46 Uhr ab Berlin Hbf bis Rostock Hbf
- Fahrzeit: 2 Stunden 37 Minuten
- Rückfahrt: z. B. um 18.34 Uhr
Hinweis: Diese Verbindung gilt ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember.
Ticket-Tipp
Mit dem STADT-LAND-MEER-TICKET geht es für 40 € nach Rostock – und auch wieder zurück. Drei Kinder im Alter von sechs bis einschließlich 14 Jahren fahren kostenlos mit. Wer noch am selben Tag zurück will und in einer größeren Gruppe unterwegs ist, fährt mit dem Quer-durchs-Land-Ticket besonders günstig. Es kostet 46 € und gilt deutschlandweit für beliebig viele Fahrten im Nahverkehr in der Zeit Mo - Fr ab 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages und am Wochenende sowie an gesetzlichen Feiertagen ab 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages. Bis zu vier Mitfahrende für je 9 Euro können vergünstigt mitgenommen werden und bis zu drei Kinder im Alter von sechs bis einschließlich 14 Jahren fahren in Begleitung kostenlos.
VVW-Tageskarten zum Preis von 7,10 Euro und VVW-Familientageskarten zum Preis von 16,10 Euro für die Tarifzone Rostock gibt es auch in der App DB Navigator.
Wer bereits das Deutschland-Ticket nutzt, kommt damit mit dem RE5 bis nach Rostock.
Weitere Informationen: bahn.de/brandenburg | bahn.de/mv
Tipps für den Ausflug
Rostocker Weihnachtsmarkt | noch bis 22. DezemberSchlemmermeile, Markttreiben, Weihnachtsrummel, Bühnenprogramm, Märchenwald, Weihnachtsdorf am Brink
Öffnungszeiten: Mo-Do 11-20 Uhr | Fr + Sa 11-21.30 Uhr | So 11.30-20 Uhr
Extratipp: Jeden Mittwoch ist Familientag mit vielen Vergünstigungen für Familien.
Text: punkt 3, 7.12.2023