Kundenbetreuer aus Leidenschaft

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Uwe Stage ist nach einer kurzen Zeit als Rentner in den Job zurückgekehrt

Uwe Stage kann’s einfach nicht lassen. Sechs Monate ist der heute 68-Jährige nach seinem Abschied aus dem Berufsleben im Oktober 2017 Rentner – dann wird es ihm zu langweilig. „Mir ist einfach die Decke auf den Kopf gefallen“, sagt er lachend.

Ein Minijob sollte Abhilfe schaffen. Die Arbeitsagentur in Uwe Stages Heimatstadt Frankfurt/Oder hatte fürihn verschiedene Stellen im Angebot. Doch dann kam unverhofft ein Anruf von DB Regio Nordost – gerade zur rechten Zeit. Denn Uwe Stage war 47 Jahre lang – und ist es inzwischen wieder – Kundenbetreuer aus Leidenschaft.

Wieder als Zugbegleiter unterwegs

Unterwegs sein, mit den Fahrgästen plauschen, bei Problemen nach Lösungen suchen: Das ist es, was ihm als Rentner gefehlt hat. Also zögert er nicht lange und sagt schließlich zu. Seit dem 1. Mai 2018 ist er nun auf Minijob-Basis wieder als Zugbegleiter unterwegs. 

„Weil es mir so gut gefällt, habe ich seitdem Jahr für Jahr verlängert – und will das auch weiterhin tun, solange es meine Gesundheit zulässt“, sagt Uwe Stage. Seine Einsätze richten sich nach dem jeweiligen Bedarf. Für die Zuteilung der Schichten ist der 68-Jährige im ständigen Austausch mit dem:der Disponent:in.

Kundenbetreuer Uwe Stage sitzt auf einem Platz in der 1. Klasse eines Regionalzuges.
Als Rentner wurde es Uwe Stage schnell zu langweilig - also ging er zurück in den Job.

Begonnen hat Uwe Stages Zeit bei der Eisenbahn am 1. September 1970. Er kann sich noch gut an diesen Tag erinnern. „Ich war mit meinem Vater bei der Personalabteilung in Frankfurt/Oder und hab dort meinenLehrvertrag bekommen“, erzählt er. „Nach zwei Jahren hat man gewählt, welche Richtung man im letzten Lehrjahr einschlagen will. Mich hat immer der Zugbegleitdienst, wie es zu meiner Zeit noch hieß, interessiert.“

Schon in Bad Freienwalde, wo Uwe Stage aufgewachsen ist, habe er als Kind viel Zeit am Bahnhof verbracht und der Schaffnerin geholfen, die Fahrkarten der Reisenden zu entwerten. „Die wurden damals geknipst, bevor man auf den Bahnsteig konnte. Und abends hab ich die Schnipsel mit weggekehrt.“ Die Eisenbahn, so sagt der Frankfurter, sei schon immer seine Welt gewesen. Und sein Ziel schon immer, mit Menschen zu arbeiten.

Tipp für den Nachwuchs

„Ich bin quasi seit der ersten Stunde auf der Linie des RE1 dabei“, erzählt Uwe Stage stolz. „Die Stammreisenden werden mir fehlen, wenn dort ab Dezember die ODEG fährt.“ Allerdings hat der 68-Jährige bei DB Regio Nordost bereits angekündigt, dass das Ende des RE1 in Frankfurt/Oder keinesfalls sein Ende als Kundenbetreuer bedeutet. „Ich hab mich auch bereit erklärt, Schichten in Berlin zu übernehmen“, sagt er.

Für künftige Kundenbetreuer:innen hat der Senior mit der immer guten Laune ein paar Tipps: „Man muss heutzutage Fingerspitzengefühl beweisen und darf sich nicht in alles reinsteigern. Im Zweifel aus der Situation rausgehen.“

Wenn Uwe Stage nicht arbeitet, dann geht er seinem Ehrenamt beim Lausitzer Dampflokclub nach. Seit vielen Jahren schon engagiert er sich in Cottbus und ist – na klar – als Zugbegleiter dabei, wenn es mit den alten Dampfloks auf die Schiene geht.

Neugierig geworden?

Informationen rund um den Direkt- und Quereinstieg als Kundenbetreuer:in im Nahverkehr (KiN) bei DB Regio Nordost gibt es unter: → bahn.de/brandenburg und → karriere.deutschebahn.com

Text: punkt 3, Josephine Mühln, 06.10.2022