Artikel: Kleines Gerät – große Präventiv-Wirkung
Ein kleines Gedankenexperiment: Welchen Einfluss hätte eine laufende Kamera auf das eigene Verhalten in einer Konfliktsituation? Wer weiß, dass er oder sie beobachtet oder sogar gefilmt wird, verhält sich in den allermeisten Fällen etwas besonnener.
Dieses Prinzip steckt hinter der deeskalierenden Wirkung von Bodycams. Die kleinen Kameras, gut sichtbar am Oberkörper getragen, werden bereits seit 2017 von Mitarbeitenden der DB Sicherheit genutzt.
Kritische Situationen werden entschärft
Auch Kundenbetreuer:innen im Nahverkehr verschiedener Regionen haben gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Bodycams gemacht: Die Reisenden und das Zugpersonal fühlen sich damit sicherer. Allein die Präsenz der Bodycam hat nach Angaben der Nutzer:innen zahlreiche kritische Situationen entschärft. Sie wirken nicht nur deeskalierend, sie liefern auch wertvolles Beweismaterialfür die Strafverfolgungsbehörden.
Auf dem Sicherheitsgipfel am 13. Februar hat die Deutsche Bahn (DB) angekündigt, noch 2026 allen Mitarbeitenden mit Kontakt zu Kund:innen eine Bodycam zur Verfügung zu stellen, die Nutzung der Technik ist freiwillig – nach einer vorausgehenden Schulung.
Umfassende Schulung für Mitarbeitende
Die DB hält beim Einsatz von Bodycams selbstverständlich alle gesetzlichen Regeln ein: Berücksichtigt sind insbesondere Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und der Grundsatz derVerhältnismäßigkeit.
Bevor die Kamera als technisches Hilfsmittel in den Einsatz geht, absolvieren die Mitarbeitenden eine umfassende Schulung rund um Einsatzbedingungen, Rechtsgrundlagen, Kennzeichnungspflichten sowie praktische Bedienung und Umgang mit der Bodycam. Die Kamera wird lediglich eingeschaltet, wenn eine Situation zu eskalieren droht (möglicher tätlicher Angriff), beispielsweise bei einer Fahrkartenkontrolle. Sie kann nur von der Bundespolizei ausgelesen werden.
Text: Nina Dennert, punkt 3, 12.03.2026