Gräberfelder geben Einblick in Vergangenheit

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Archäologische Funde entlang der Bahnstrecke Angermünde – Stettin

Der Ausbau der Bahnstrecke Angermünde – Stettin verbindet auf besondere Weise die Ziele der Verkehrswende mit dem Schutz und der Erforschung des archäologischen Erbes Brandenburgs. In enger und sehr guter Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn konnten entlang der Trasse außergewöhnliche Fundplätze untersucht werden. 

Entdeckt wurden das bislang größte bekannte Gräberfeld der frühen Bronzezeit in Brandenburg bei Casekow sowie ein seltenes Gräberfeld der Schnurkeramik bei Luckow. Letzteres ist der erste Nachweis dieser Kulturform in der Region seit mehr als einem halben Jahrhundert.

Knochen und ein Stück Metall, das an einen Dolch erinnert, liegen auf dem Boden.
In Casekow wurden unter anderem Flintdolche gefunden.

Am Fundplatz „Casekow 14“ wurden auf einer Fläche von rund 2.800 Quadratmetern insgesamt 141 archäologische Befunde dokumentiert. Die Anlage datiert in die Zeit zwischen 2200 und 2000 v.Chr. und gehört in den kulturellen Zusammenhang der sogenannten Aunjetitzer Kultur am Übergang von der Jungsteinzeit zur frühen Bronzezeit. Insgesamt konnten 31 Bestattungen freigelegt werden, darunter 30 Skelettgräber sowie eine Brandbestattung.

Auch der Fundplatz „Luckow 21“ erwies sich als außergewöhnlich fundreich. Auf einer Fläche von rund sechs Hektar dokumentierten die Spezialist:innen des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM) insgesamt 2.460 Befunde. Die Ergebnisse umfassen mehrere Zeithorizonte und reichen von der späten Jungsteinzeit bis in die römische Kaiserzeit. Von besonderer Bedeutung ist ein Gräberfeld der sogenannten Oderschnurkeramik aus der Zeit zwischen 2450 und 2100 v. Chr.

Funde liefern wichtige neue Hinweise

Insgesamt konnten sieben Gräber dieser Kultur untersucht werden. Die Funde belegen Kontakte sowohl nach Norden als auch nach Westen und liefern wichtige neue Hinweise auf Austauschbeziehungen und Mobilität in der späten Jungsteinzeit. Darüber hinaus wurden in Luckow zahlreiche Siedlungsbefunde entdeckt, darunter Vorrats- und Abfallgruben, Öfen, Herdstellen und Brunnen einer etwa 2.000 Jahre alten Siedlung. 

Das Referat Großvorhaben/Sonderprojekte des BLDAM führt bereits seit 2020 umfangreiche archäologische Untersuchungen zwischen Passow und Tantow in der Uckermark durch. Insgesamt konnten 83 archäologische Maßnahmen realisiert werden. 

Ein Gräberfeld mit alten Scherben, vermutlich von einem Gefäß stammend.
Die Fundstelle in Luckow hat Relikte aus längst vergangener Zeit zu Tage gefördert.

Die archäologischen Arbeiten werden mit modernen Dokumentations- und Untersuchungsmethoden durchgeführt. Zum Einsatz kommen unter anderem Structure-from-Motion-Verfahren, Laserscanning, tachymetrische Vermessung, Drohnenbefliegungen sowie geomagnetische Untersuchungen. Ergänzend werden weiterhin klassische archäologische Zeichnungen und Beschreibungen angefertigt.

Weitere Informationen hier: bldam-brandenburg.de

Interessantes und Wissenswertes rund um die Denkmalpflege gibt es auch im Podcast „Denkmalzeit“ des BLDAM zu hören. Einfach hier klicken.

Text: punkt 3, 04.06.2026