Artikel: Girls’Day in Berlin Lichtenberg
Der 23. April stand am Standort Berlin-Lichtenberg ganz im Zeichen des Girls’Day. 16 Schülerinnen aus verschiedensten Schulen hatten die Möglichkeit, bei DB Regio Nordost einen Blick hinter die Kulissen zu werfen – insbesondere in die Werkstatt und auf die Züge. Mitarbeitende übernahmen die Führung der Gruppen, sorgten für Aha-Momente und beantworteten kenntnisreich die Fragen der Jugendlichen.
Der Tag begann mit einer Sicherheitsunterweisung in den Schulungsräumen. Gewappnet mit neuem Wissen und Warnwesten startete anschließend das Programm. Aufgeteilt in zwei Gruppen ging es für die eine Hälfte der Schülerinnen direkt in die Abstellung, für die andere Hälfte ins Werk.
Rätsel um den großen Schlüssel
Schon beim Aufsperren des Führerstands eines ET 442 stellten die Schülerinnen erste Fragen – unter anderem, wofür der große Schlüssel am Schlüsselbund der Triebfahrzeugführenden sei. Der Nutzen des Vierkants wurde ihnen prompt an einem der Schaltkästen gezeigt.
Nach einem Blick auf die vielen weiteren Elemente des Schaltpults und darauf, wie viele Schritte überhaupt nötig sind, um einen Zug in Bewegung zu setzen, erregte das Mikrofon die Aufmerksamkeit der Schülerinnen. Dieses durften sie direkt selbst testen und ein paar Ansagen machen. Dafür wurde natürlich gleich die Streckenkenntnis geprüft: Angenommen, der Zug wäre auf der RE 7 unterwegs – welche Halte müsste man ansagen? Wie begrüßt man die Fahrgäste? Mit ein bisschen Übung konnten sich die Ansagen der Zwölf- bis Fünfzehnjährigen auf jeden Fall hören lassen. Interessanterweise war das Fahrzeug mit seinen 13 Jahren fast genauso alt wie die Schülerinnen.
Ganz schön viel Technik in einem Fahrzeug
Die Gruppen erfuhren jeweils, welche Fahrzeuge in der kleinen und großen Halle vor Ort gewartet und repariert werden. Neben anderen Loks, Gelenktriebwagen, Elektrischen Triebwagen und Triebwagen stand beispielsweise auch ein blaues Fahrzeug der NEB in der Halle. Besonders beeindruckend fanden die Schülerinnen jedoch, wie die schweren Fahrzeuge angehoben werden können.
In einem Triebwagen demonstrierten die Kollegen, wie viel Technik in einem solchen Fahrzeug steckt – von den Displays im Führerstand bis hin zur Beleuchtung im Fahrgastraum, die sich mithilfe eines Sensors automatisch an die Helligkeit der Umgebung anpasst. Außerdem warfen sie einen Blick in den Ultraschallraum und durften vom Dacharbeitsstand aus Elemente wie den Stromabnehmer und den Hauptschalter begutachten. Besonders wichtig war dabei der Hinweis, dass das Klettern auf Züge lebensgefährlich ist und niemals dazu ermutigt werden darf.
Spannender Blick in den Führerstand
Anschließend ging es wieder hinaus auf den Hof. Hier standen Schienen und Weichen im Fokus. Für das Umstellen der etwas hartnäckigen Weichen selbst waren teilweise mehrere Anläufe der Schülerinnen nötig; für das Verständnis, warum Schienen in Spanien teilweise weiß sind, um die Ausdehnung des Materials bei Hitze einzudämmen, hingegen nicht. Und im Hinblick auf die geölten Teile der Weichen war auch klar, dass die Sicherheitseinweisung verstanden wurde und sicherlich in den Alltag der Schülerinnen mitgenommen wird.
Um den Tag abzurunden, stand zum Schluss noch eine Fahrt über Schöneweide und zurück in die Abstellung an. Das Spannendste dabei: ein Blick in den Führerstand eines fahrenden Zuges. Ausgestattet mit Turnbeuteln, Urkunden zum Girls’Day und vielen neuen Erlebnissen endete der Tag schließlich am Bahnsteig in Berlin-Lichtenberg.
Text: Jamie Weber, 7.5.2026