Caspars „Flucht nach Krippen“

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Auf dem Caspar-David-Friedrich-Weg durch ein Stück Sächsische Schweiz

In Krippen an der Elbe gibt es einen 15 Kilometer langen Caspar-David-Friedrich-Weg. Nanu? Was hat denn der 1774 in Greifswald geborene romantische Maler, der eher durch Motive wie Kreidefelsen und Meer berühmt wurde, mit Krippen, einem Ortsteil von Bad Schandau, zu tun? Ein Blick in sein Leben zeigt: Nach dem Studium ging Friedrich 1798 nach Dresden und lebte über 40 Jahre in der Stadt der Kunst und Kultur. Von hier aus unternahm er auch viele Wanderungen in die Sächsische Schweiz.

Auf diesem Rundweg um Krippen mit seinem steten Auf und Ab lassen elf Infotafeln über den Maler eintauchen in die Welt des Romantikers – und schönste Bilder entdecken, die die Natur im Wechsel der Jahreszeiten malt.

Ein Mann in blauem T-Shirt und knielanger Hose steht auf einem Felsvorsprung.
Felsige Kuppe am Fuße der Kaiserkrone

Nachweislich weilte Caspar David Friedrich 1813 mehrere Monate in dem Ort. Wo genau er wohnte, ist nicht bekannt, doch von der „Flucht nach Krippen“ ist die Rede. Los geht es also vom Bahnhof auf der Friedrich-Gottlob-Keller-Straße zur Unterführung unter den Gleisen und weiter auf dem Elbradweg zum Spielplatz am Elbufer nahe der Fähre: Hier steht die erste Infotafel. Die Tour führt ein Stück auf dem Elbradweg und dann unter den Gleisen hoch zum Mittelhangweg. In dem Waldgebiet gibt es weitere Tafeln mit interessanten Friedrich-Zeichnungen zu entdecken. 

Der Weg verläuft über die Hunskirche und auf der Hauptstraße nach Schöna. Der Schulweg und die Bahnhofstraße führen Richtung Kaiserkrone. Deren drei Gipfel lassen sich leicht erklimmen. Von diesen Aussichtspunkten in 351 Metern Höhe haben Wandernde eine gute Sicht auf die Schrammsteine, den Großen Winterberg bis hinein in die Böhmische Schweiz. Nachweislich nutzte der Maler Caspar David Friedrich die markanten Felsen für sein berühmtes Gemälde „Der Wanderer über dem Nebelmeer“, das er 1818 schuf.

Tolle Sicht auf die Schrammsteine

Wieder unten angekommen, wird nun zurück nach Schöna und weiter Am Feldrain durch das Dorf gewandert. Der Grundweg führt nach Reinhardtsdorf. Ein Stückchen über Feld und Flur, vorbei an einem netten kleinen Teich, und schon ist der Wolfsberg erreicht. Er bietet ebenfalls eine tolle Sicht auf die Schrammsteine, den Zirkelstein und hinüber in die Böhmische Schweiz. Hier erzählt die Infotafel, dass Friedrich mehrfach auch den böhmischen Rosenberg gezeichnet hat.

Der Wolfsberg ist ein 343 Meter hoher, bewaldeter Berg. Auf seinem Gipfel stand einst ein Berggasthaus, das vor allem Malern und Fotografen als Sommerfrische diente. Seit 1890 steht am Fuß des Berges ein Panoramahotel im Schweizerstil.

Ein Mann und eine Frau laufen auf einem Wanderweg über Steine.
Caspar-David-Friedrich-Weg mit Blick zum Zirkelstein

Nun geht es hinunter nach Reinhardtsdorf. Auf dem Weg Krippenberg, vorbei an einem Pferdehof, geht es in ein Waldgebiet. Den Hang hinunter stehen die letzten beiden Tafeln auf dem Caspar-David-Friedrich-Weg. Hier erfahren Interessierte einiges über die intensiven Baumstudien des Malers.

Mit diesen schönen Bildern im Kopf erreichen die Wandernden schließlich Krippen. Der Püschel- und der Bächelweg führen zur ehemaligen Krippener Oberschule. Vor dem Gebäude wurde aus Anlass des 250. Geburtstages von Caspar David Friedrich eine Stele mit QR-Code zu digitalen Angeboten eingeweiht.

Leckere Stärkung zum Abschluss

Nach der Wanderung im Elbsandsteingebirge lädt das Gasthaus „Zur Eiche“ (Montag geschlossen) mit großer Terrasse ein zur Rast. Die Speisekarte reicht von Suppen, über sächsische und tschechische Gerichte, Klassiker aus Topf und Pfanne bis hin zu Fisch und Vegetarischem. Es gibt auch eine Kinderkarte sowie Desserts.

Eine tolle Wanderung, eine schöne Landschaft, wundervolle Naturzeichnungen und gutes Essen – der Zug kann kommen!

Extratipp: Die Sächsische Schweiz hat so viele sehenswerte Ecken zu bieten, dass man die Wanderung am besten als Teil eines längeren Ausflugs mit Übernachtung plant.

Anreise

  • Hinfahrt: z. B. um 6.40 Uhr mit dem RE2 ab Bf Berlin Ostkreuz bis Cottbus Hbf, weiter mit RE18 bis Bf Dresden-Neustadt und S1 bis Bf Krippen
  • Fahrzeit: 4 Stunden 37 Minuten
  • Rückfahrt: z. B. um 19.40 Uhr

Ticket-Tipp

Ob allein oder in der Gruppe: Das Quer-durchs-Land-Ticket (QdL) ist für diesen Ausflug eine gute Wahl. Es gilt samstags, sonntags und an gesetzlichen Feiertagen von 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages für beliebig viele Fahrten im Regionalverkehr – und zwar deutschlandweit. Das Ticket kostet für eine Person 51 Euro, bis zu drei Kinder (6–14 Jahre) fahren kostenlos mit. Bis zu vier Erwachsene können vergünstigt mitreisen. Bitte beachten: Mo–Fr gilt das QdL erst ab 9 Uhr.

Wer das Deutschlandticket nutzt, kommt auch damit bis nach Krippen.

Weitere Informationen hier: bahn.de/brandenburg | vbb.de

Tipps für den Ausflug

Stadtspaziergang Bad SchandauEntdecken, erleben, genießen: Stadtgeschichte, Panorama-Ausblick und romantische Kunst – ein Rundgang mit besonderen Momenten und gemütlichem Ausklang.Mi+Fr 17–20 Uhr | Treffpunkt: Tourist Service am Markt

Spätaufstehertour durch die SchrammsteineZertifizierte Nationalparkführer:innen nehmen ihre Gäste mit durch enge, tiefe Schluchten, hinauf zu bezaubernden Felsriffen und deren Panoramen.Immer donnerstags ab 11.30 Uhr | Anmeldung bis zum Vortag unter 035022/90050 oder per E-Mail: aktiv@bad-schandau.de

Mediale Ausstellung „CDFriedrich inspiriert“Die immersive Schau „CDFriedrich inspiriert“ in den Räumen der ehemaligen Touristinformation am Markt in Bad Schandau ist sowohl multimediales Denkmal als auch virtuelle Galerie. Mit raumfüllenden Videoprojektionen lädt sie die Besucher:innen dazu ein, dem Maler und seinem Werk zu begegnen, die Landschaft mit seinen Augen zu sehen und den kreativen Prozess zu verstehen – von der Skizze bis zum Gemälde.

Konzipiert wurde die Schau durch den Dresdner Diplom-Designer Jürgen Bretschneider, die Videoinhalte produziert die Berliner Grafikdesign-Agentur SCHNELLE BUNTE BILDER. Mit zwei Räumen und einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern ist die Ausstellung eine kompakte Einstimmung auf das reale Landschaftserlebnis, das die Besucher:innen beim Wandern in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz erwartet.

Infos und Tickets unter bad-schandau.de/aktuelles/digitales-kunsterlebnis-cdfriedrich-inspiriert

Text: terra press, punkt 3, 10.09.2026