Artikel: Blick hinter die Karossen
Mehr Komfort und mehr Verbindungen – DB Regio Nordost startet mit neuem Angebot im Netz Nord-Süd. Im Dezember geht es los. Doch schon jetzt gibt es Impressionen von den Vorbereitungen. Liam Gremm teilt seine ersten Eindrücke als Netztester.
„Das ist ja ein richtiger Tanzsaal!“, staunt Liam. So groß hat sich der 46-Jährige das Innere eines ausgebauten Doppelstockzuges nun doch nicht vorgestellt. Der Netztester besucht gerade die DB Fahrzeuginstandhaltung im Werk Wittenberge. Die Mitarbeitenden haben bereits sämtliche Sitze, Tische, Monitore und Wandverkleidungen eines Wagens abmontiert, um neue Kabel zu verlegen.
In einem anderen Wagen wurden Steckdosen und ein modernes Lichtsystem installiert. Dadurch kann die Beleuchtung je nach Tageslicht angepasst werden. Liam wirft einen Blick ins WC: „Was für ein Effekt! Mit der neuen Folierung wirkt das stille Örtchen gleich wie ein Badezimmer, so schön frisch“, findet er.
110 Züge aus dem Bestand von DB Regio werden schrittweise in Wittenberge für ihren künftigen Einsatz im Netz Nord-Süd modernisiert. Alle Züge erhalten WLAN. Neue große Monitore sowie Videokameras für die Fahrgastsicherheit werden eingebaut.
Neue Türöffner mit Memory-Funktion
Beim nächsten Besuch kann Liam sicher schon mehr sehen und ausprobieren. Zum Beispiel die neuen Türöffner mit Memory-Funktion. Man kann sie eine Minute vor Fahrtankunft drücken. Sobald der Zug dann hält, geht die Tür direkt auf.
Nach dem Umbau erhalten die Züge noch eine neue Lackierung und werden im frischen Rot erstrahlen. „Bewährte Züge nicht gleich ausmustern, sondern weiter nutzen – find ich super. Aber man macht sich keine Vorstellung, was die Leute in der Werkstatt leisten. Da steckt so viel Arbeit drin, die hinterher keiner mehr sieht.“
Liam, der selbst viel mit den „Öffis“ unterwegs ist, darf exklusiv Werkstattluft schnuppern und berichten. DB Regio Nordost hatte im Vorfeld der Inbetriebnahme Bahnbegeisterte aufgerufen, das neue Netz Nord-Süd zu testen. Der gelernte Schauspieler und Toningenieur aus Berlin konnte sich gegen seine Mitbewerber:innen durchsetzen. Für andere Fahrgäste blickt er nun hinter die Kulissen und teilt seine Eindrücke auf der Webseite von DB Regio Nordost sowie auf Instagram.
Im Auftrag der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wird das Unternehmen ab Dezember noch mehr Verkehr auf die Schiene bringen. Das Netz umfasst die Regional-Express-Linien RE3, RE4 und RE5. Gute Nachrichten für Fahrgäste: Es gibt weniger Umstiege, dichtere Takte und mehr Platz. „Dann ist DB Regio Nordost zwischen Stralsund und Wittenberg mit dem RE3 sowie zwischen Stendal und Falkenberg mit dem RE4 zumeist im Stundentakt unterwegs. Und der RE5 fährt jeweils im Wechsel von Ludwigsfelde nach Rostock beziehungsweise Stralsund und zurück“, fasst Liam zusammen.
Gespannt auf die nächsten Einsätze
Um Reisenden auf beiden Routen eine stündliche Verbindung zu ermöglichen, ergänzen der RE51 zwischen Neustrelitz und Stralsund sowie der RE50 im Abschnitt zwischen Neustrelitz und Rostock das Angebot des RE5.
Liam ist schon gespannt auf seinen nächsten Einsatz. Er wird noch andere Werkstätten besuchen, mit Mitarbeitenden sprechen und auch selbst die Verbindungen testen.
Info
Wer mit Liam auf Entdeckungsreise hinter die Karossen und Kulissen des Netzes Nord-Süd gehen möchte, kann seine Beiträge sowohl auf der Website von DB Regio Nordost (bahn.de/nord-sued) als auch über Instagram (@db.regio.nordost) abrufen.
Text: punkt 3, 25.06.2026